zu Guttenberg, Kachelmann, Sarrazin & Co.: Warum einige öffentlich untergehen – und andere nicht
Warum löst die Kritik an einigen Missständen große Skandale aus, während sie in anderen Fällen im Sande verläuft? Warum empören sich bei Skandalen die meisten Menschen über ein Geschehen, das sie kurze Zeit später kalt lässt? Und warum betrachten sich alle Skandalisierten auch dann als Opfer der Medien, wenn sie die Fehler zugeben, die man ihnen vorwirft?
Hans Mathias Kepplinger hat in Mainz, München und Berlin Politikwissenschaft, Publizistik und Geschichte studiert, 1970 in Mainz promoviert und war anschließend wissenschaftlicher Assistent von Elisabeth Noelle-Neumann. Von seiner Habilitation (1977) bis zu seiner Berufung auf den neuen Lehrstuhl für Empirische Kommunikationsforschung an der Universität Mainz (1982) war er Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Kepplinger war als Gastwissenschaftler an zahlreichen Universitäten tätig, darunter der UC Berkeley, der Harvard University, der Université de Tunis und der Universität Zürich. Er hat über 300 wissenschaftliche Aufsätze und 30 Bücher veröffentlicht und zeichnet als Mitherausgeber der zwölfbändigen »International Encyclopedia of Communication« verantwortlich für den Bereich Medienwirkungen. Gegenstände von Kepplingers Studien sind vor allem die politische Bedeutung der Massenmedien, die Wirkung des Fernsehens, die Kommunikation in Krisen, Konflikten und Skandalen sowie die reziproken Effekte der Medien – ihr direkter Einfluss auf Entscheider in Politik, Wirtschaft und Justiz, über die sie berichten.
"Der Schluss aus Kepplingers Auseinandersetzung mit der funktionalistischen Skandaltheorie kann indes nicht lauten, Skandale einfach hinzunehmen. Offenkundig muss der Morast, den unsere (politischen) 'Eliten' angerichtet haben, zunächst vermessen und dann trocken gelegt werden. Das geht nur über weniger Politik wagen. Politik muss wieder der sozialen Kontrolle im Kleinen, im Überschaubaren unterstellt werden; Politiker können dann tatsächlich zur Verantwortung gezogen und für ihre Missetaten haftbar gemacht werden. Der Vorteil direkter Beziehungen und damit privatrechtlicher Vereinbarungen gilt für alle sogenannten Eliten." (www.forum-ordnungspolitik.de)
"In diesem Sinne - und gerade, was die subtilen Mechanismen der Skandalisierung anbelangt - legt Kepplinger eine Abhandlung vor, die wegen der Intensität ihrer Erforschung nur eine Empfehlung verdient: Unbedingt lesen!" (www.deutscher-buchmarkt.de)